Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
54 Beiträge
• Seite 2 von 4 • 1, 2, 3, 4
Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
Hallo Jessy!
Ich habe gerade deine ganzen Beiträge (und die anderen in diesem Thread) gelesen. Erst mal: Großen Respekt vor deinem Mut es deiner Frau zu sagen!
Jetzt zu deinem "Problem". Ich kann es absolut nachvollziehen. Ich bin zwar "erst" 17 und (in den Augen vieler) noch etwas grün hinter den Ohren, aber ich muss gestehen, dass es mir zum Teil genauso geht. Ich bin seit mittlerweile 1 1/2 Jahren mit meiner Freundin zusammen. Und glücklich. Ich liebe sie über alles . Und ich fühle mich an sich so auch wohl. Wie gesagt. An sich. Seit ich denken kann fühle ich mich nicht als Mädchen. Manchmal erwische ich mich sogar dabei, wie ich von mir selbst denke ich wäre ein Junge. Klingt vielleicht etwas komisch, aber es ist so. Ich ziehe mich an wie ein Typ, gebe mich so und denke teils auch so (soweit man sagen kann, dass Jungs/Männer anders denken
). Aber das passt manchen in meiner Umgebung leider nicht. In der Schule gab's schon des öfteren deswegen so einige dumme Sprüche (ok, genau genommen war's Mobbing über mehrere Jahre hinweg, weil ich nicht so akzeptiert werde/wurde, wie ich nunmal bin). Meine Mom hat zwar nichts dagegen, dass ich mit meiner Freundin zusammen bin, aber dass ich mich gebe und kleide wie ein Typ (Sorry, dass ich immer "Typ" schreibe) passt ihr nicht mal im Geringsten. Sie hätte es anscheinend am Liebsten wenn ich mich "verkleiden" würde und total aufgetackelt wäre. Wie auch immer. Meine Freundin, eher der feminine Typ, liebt mich so wie ich bin. Aber sie liebt es auch (irgendwie ^^) wenn ich aussehe wie ein typisches Mädchen (selten, aber kommt vor).
Seit ich klein bin und merke, dass ich anders bin, habe ich den Wunsch ein Junge zu sein. Eine OP kann ich mir (so wie du zum Teil) nicht wirklich vorstellen. Irgendwie schon, irgendwie auch nicht. Denn meine Freundin, sie weiß davon von Anfang an, will das nicht. Sie will mich als Frau und nicht als Mann. In gewisser Weise der gleiche Zwiespalt wie bei dir. Nicht so sagen wir mal "extrem", aber es kommt ran denke ich.
So... Warum ich dir das geschrieben habe? Naja. Ich denke einfach, dass das Gefühl, dass man mit seinen Gefühlen und Gedanken alleine ist, das Schlimmste ist. Du hast es gewagt es deiner Frau zu sagen (und nochmal: Respekt!
). Ich könnte mich z.B. vor meine Mom nicht hinstellen und ihr das sagen. Sie ist dazu etwas zu sehr fixiert auf mich. (Eltern ^^)
Was ich persönlich denke, dass dir vielleicht helfen könnte, ist einfach mal alles, absolut alles, was dir durch den Kopf geht zu schreiben (am Besten so, wie du am Schnellsten schreiben kannst, also PC geht auch
). Einfach drauflosschreiben. Ich kann nur für mich sprechen. Mir hilft das echt sehr! Ich lese es zwar NIE im Nachhinein durch, aber einfach die Tatsache, dass man sich mal alles von der Seele schreiben kann tut verdammt gut. Hast du (so ähnlich) ja auch schon geschrieben. Aber vielleicht ist es so ja noch einen Tick einfacher für dich dich "dir selbst anzuvertrauen" in einer gewissen Weise.
Was deine Frau betrifft, vielleicht schreibst du ihr auch mal einen Brief und erklärst ihr alles schriftlich? Vielleicht ist es dann einfacher es zu verstehen (was mit Sicherheit schwer für sie ist).
Naja. Waren jetzt nur Tips, was ich machen würde. Ob und was du davon machst, bleibt letztlich dir überlassen. Hoffe ich konnte dir helfen in gewisser Weise!
Alles Gute noch weiterhin und halt die Ohren steif!
Liebe Grüße,
Toni
P.S.: Sorry, dass ich so viel geschrieben habe.
Ich habe gerade deine ganzen Beiträge (und die anderen in diesem Thread) gelesen. Erst mal: Großen Respekt vor deinem Mut es deiner Frau zu sagen!
Jetzt zu deinem "Problem". Ich kann es absolut nachvollziehen. Ich bin zwar "erst" 17 und (in den Augen vieler) noch etwas grün hinter den Ohren, aber ich muss gestehen, dass es mir zum Teil genauso geht. Ich bin seit mittlerweile 1 1/2 Jahren mit meiner Freundin zusammen. Und glücklich. Ich liebe sie über alles . Und ich fühle mich an sich so auch wohl. Wie gesagt. An sich. Seit ich denken kann fühle ich mich nicht als Mädchen. Manchmal erwische ich mich sogar dabei, wie ich von mir selbst denke ich wäre ein Junge. Klingt vielleicht etwas komisch, aber es ist so. Ich ziehe mich an wie ein Typ, gebe mich so und denke teils auch so (soweit man sagen kann, dass Jungs/Männer anders denken
). Aber das passt manchen in meiner Umgebung leider nicht. In der Schule gab's schon des öfteren deswegen so einige dumme Sprüche (ok, genau genommen war's Mobbing über mehrere Jahre hinweg, weil ich nicht so akzeptiert werde/wurde, wie ich nunmal bin). Meine Mom hat zwar nichts dagegen, dass ich mit meiner Freundin zusammen bin, aber dass ich mich gebe und kleide wie ein Typ (Sorry, dass ich immer "Typ" schreibe) passt ihr nicht mal im Geringsten. Sie hätte es anscheinend am Liebsten wenn ich mich "verkleiden" würde und total aufgetackelt wäre. Wie auch immer. Meine Freundin, eher der feminine Typ, liebt mich so wie ich bin. Aber sie liebt es auch (irgendwie ^^) wenn ich aussehe wie ein typisches Mädchen (selten, aber kommt vor).Seit ich klein bin und merke, dass ich anders bin, habe ich den Wunsch ein Junge zu sein. Eine OP kann ich mir (so wie du zum Teil) nicht wirklich vorstellen. Irgendwie schon, irgendwie auch nicht. Denn meine Freundin, sie weiß davon von Anfang an, will das nicht. Sie will mich als Frau und nicht als Mann. In gewisser Weise der gleiche Zwiespalt wie bei dir. Nicht so sagen wir mal "extrem", aber es kommt ran denke ich.
So... Warum ich dir das geschrieben habe? Naja. Ich denke einfach, dass das Gefühl, dass man mit seinen Gefühlen und Gedanken alleine ist, das Schlimmste ist. Du hast es gewagt es deiner Frau zu sagen (und nochmal: Respekt!
). Ich könnte mich z.B. vor meine Mom nicht hinstellen und ihr das sagen. Sie ist dazu etwas zu sehr fixiert auf mich. (Eltern ^^)Was ich persönlich denke, dass dir vielleicht helfen könnte, ist einfach mal alles, absolut alles, was dir durch den Kopf geht zu schreiben (am Besten so, wie du am Schnellsten schreiben kannst, also PC geht auch
). Einfach drauflosschreiben. Ich kann nur für mich sprechen. Mir hilft das echt sehr! Ich lese es zwar NIE im Nachhinein durch, aber einfach die Tatsache, dass man sich mal alles von der Seele schreiben kann tut verdammt gut. Hast du (so ähnlich) ja auch schon geschrieben. Aber vielleicht ist es so ja noch einen Tick einfacher für dich dich "dir selbst anzuvertrauen" in einer gewissen Weise.Was deine Frau betrifft, vielleicht schreibst du ihr auch mal einen Brief und erklärst ihr alles schriftlich? Vielleicht ist es dann einfacher es zu verstehen (was mit Sicherheit schwer für sie ist).
Naja. Waren jetzt nur Tips, was ich machen würde. Ob und was du davon machst, bleibt letztlich dir überlassen. Hoffe ich konnte dir helfen in gewisser Weise!
Alles Gute noch weiterhin und halt die Ohren steif!
Liebe Grüße,
Toni
P.S.: Sorry, dass ich so viel geschrieben habe.

Unser Verstand kann uns sagen, was wir tun sollen. Aber unser Herz kann uns sagen, was wir tun müssen.! J. Joubert
Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
Hi Toni,
ich habe großen Respekt vor deinem Post hier. Er hat meiner Meinung nach nur einen kleinen Fehler, nämlich:
Du bist weder "grün" noch "erst 17" . Ich finde, jemand, der so mit seinem Leben umgeht und so zu seinem Leben steht, ist sehr reif und kann mit dieser Meinung ganz sicher jemandem weiterhelfen. Mach bitte weiter so, denn du hast wirklich etwas zu sagen.
ich habe großen Respekt vor deinem Post hier. Er hat meiner Meinung nach nur einen kleinen Fehler, nämlich:
Ich bin zwar "erst" 17 und (in den Augen vieler) noch etwas grün hinter den Ohren, aber ich muss gestehen, dass es mir zum Teil genauso geht.
Du bist weder "grün" noch "erst 17" . Ich finde, jemand, der so mit seinem Leben umgeht und so zu seinem Leben steht, ist sehr reif und kann mit dieser Meinung ganz sicher jemandem weiterhelfen. Mach bitte weiter so, denn du hast wirklich etwas zu sagen.
=======================================================
lebe jeden Tag so, als wäre es es Absicht.

I'm not arrogant, I've just accepted my own excellence
lebe jeden Tag so, als wäre es es Absicht.

Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
Danke für eure Worte. Das gibt mir wirklich sehr viel und es stimmt, dass es hilft zumindest zu schreiben. Ich bin echt froh, dass ich den Mut aufbringen konnte mich hier anzumelden. Das hat schon eine Weile gedauert.
Ich muss sagen, ich fühle mich von Tag zu Tag besser. Ich habe mich seit Sonntag verändert und ich habe Gefühle Erfahren, die ich in der Form vorher nicht kannte.
Zur Erklärung:
Ich arbeite, wie gesagt, 200 km weit weg von meiner Familie und habe hier eine Zweitwohnung. Ich telefoniere jeden Tag mit meiner Frau. Vorgestern Vormittag, ich habe diese Woche Spätschicht, habe ich ihr eine SMS geschrieben und erhielt nur eine knappe Mininachricht zurück: "Habe jetzt keine Zeit. Melde mich später".
Bämm.
19 Uhr Abends immer noch nichts, so schrieb ich noch eine Nachricht. Keine Reaktion.
20.10 Uhr Abends immer noch nichts. Das bin ich von ihr nicht gewohnt. Ich kenne es nicht, sie hat sich immer gemeldet, angerufen oder zumindest eine SMS geschickt. Immer. Ich hatte nie Grund dazu, mir um sie Sorgen zu machen, Niemals.
Aber Vorgestern hatte ich das erste Mal in meinem Leben wirklich panische Sorgen um sie. Puls 150, massig Adrenalin im Blut und wahnsinnig wirre Gedanken.
20.30 Uhr Abends hab ich es nicht mehr ausgehalten und musste sie anrufen. Die Erleichterung, dass es ihr gut geht ist unbeschreiblich. Sie hatte sich mit einer Freundin zu Hause fest gequatscht und die Zeit vergessen.
So etwas habe ich noch nie Gefühlt, noch nie. Mein ganzes Leben lang nicht. Wir haben dann noch knapp 50 minuten telefoniert.
Für mich steht fest, ich liebe sie über alles und wir gehören zusammen.
Ich habe mein Ziel definiert und werde mit ihrer Hilfe und eventueller Pschologischer Unterstützung den besten Weg suchen es zu erreichen. Dieser Weg wird nicht leicht und vielleicht sogar erfüllt mit Angst und Zweifel. Beides Gefühle, die mir ziemlich neu und fremd sind, aber ich muss mich ihnen stellen ...
- Jessy
Ich muss sagen, ich fühle mich von Tag zu Tag besser. Ich habe mich seit Sonntag verändert und ich habe Gefühle Erfahren, die ich in der Form vorher nicht kannte.
Zur Erklärung:
Ich arbeite, wie gesagt, 200 km weit weg von meiner Familie und habe hier eine Zweitwohnung. Ich telefoniere jeden Tag mit meiner Frau. Vorgestern Vormittag, ich habe diese Woche Spätschicht, habe ich ihr eine SMS geschrieben und erhielt nur eine knappe Mininachricht zurück: "Habe jetzt keine Zeit. Melde mich später".
Bämm.
19 Uhr Abends immer noch nichts, so schrieb ich noch eine Nachricht. Keine Reaktion.
20.10 Uhr Abends immer noch nichts. Das bin ich von ihr nicht gewohnt. Ich kenne es nicht, sie hat sich immer gemeldet, angerufen oder zumindest eine SMS geschickt. Immer. Ich hatte nie Grund dazu, mir um sie Sorgen zu machen, Niemals.
Aber Vorgestern hatte ich das erste Mal in meinem Leben wirklich panische Sorgen um sie. Puls 150, massig Adrenalin im Blut und wahnsinnig wirre Gedanken.
20.30 Uhr Abends hab ich es nicht mehr ausgehalten und musste sie anrufen. Die Erleichterung, dass es ihr gut geht ist unbeschreiblich. Sie hatte sich mit einer Freundin zu Hause fest gequatscht und die Zeit vergessen.
So etwas habe ich noch nie Gefühlt, noch nie. Mein ganzes Leben lang nicht. Wir haben dann noch knapp 50 minuten telefoniert.
Für mich steht fest, ich liebe sie über alles und wir gehören zusammen.
Ich habe mein Ziel definiert und werde mit ihrer Hilfe und eventueller Pschologischer Unterstützung den besten Weg suchen es zu erreichen. Dieser Weg wird nicht leicht und vielleicht sogar erfüllt mit Angst und Zweifel. Beides Gefühle, die mir ziemlich neu und fremd sind, aber ich muss mich ihnen stellen ...
- Jessy
Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
An Hilarious:
Danke für deine Worte. Hör ich so ehrlich gesagt zum ersten Mal. *freu*
An Jessy:
Egal was du tun wirst. Es wird schon richtig sein! Ich drück dir die Daumen & wünsch dir alles Gute!
Danke für deine Worte. Hör ich so ehrlich gesagt zum ersten Mal. *freu*
An Jessy:
Egal was du tun wirst. Es wird schon richtig sein! Ich drück dir die Daumen & wünsch dir alles Gute!
Unser Verstand kann uns sagen, was wir tun sollen. Aber unser Herz kann uns sagen, was wir tun müssen.! J. Joubert
Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
Hallo nochmal,
ich habe hier ja schon eine Weile lang nicht mehr gepostet; und Jessy, RESPEKT wie sich die Geschichte für dich entwickelt, wie du Schritt für Schritt vorwärtskommst!!!
Gerade der Zwischenfall mit dem Telefonat hat deiner Frau wahrscheinlich klar gemacht, dass du sie wirklich (!) liebst, und ich denke das wird sehr wichtig für sie sein.
Liebe Grüße, Rhiannon
ich habe hier ja schon eine Weile lang nicht mehr gepostet; und Jessy, RESPEKT wie sich die Geschichte für dich entwickelt, wie du Schritt für Schritt vorwärtskommst!!!
Gerade der Zwischenfall mit dem Telefonat hat deiner Frau wahrscheinlich klar gemacht, dass du sie wirklich (!) liebst, und ich denke das wird sehr wichtig für sie sein.
Liebe Grüße, Rhiannon
Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
Hallo zusammen.
Ich war nun auch schon ein paar Tage nicht hier und habe viel nachgedacht.
Danke erstmal, ich denke auch, dass ich voran komme. Dummerweise entwickle ich mich wohl gerade weiter in die Richtung, die mir mein Herz gar nicht empfiehlt.
Mein Herz sagt mir, dass ich als Mann zu meiner Frau gehöre und sie glücklich machen soll. Mein Gefühl sagt mir, dass ich in erster Linie an mich denken und seinen Rufen folgen soll. Ich tendiere mehr und mehr in Richtung Geschlechtsumwandlung gleich des Wissens, dass ich damit mein bisheriges Leben aufgebe.
Meine Frau ist fest der Überzeugung, ich wäre nur Neugierig. Ganz so abwägig ist der Gedanke zwar nicht, aber ich sehe das mittlerweile nicht mehr wirklich so.
Ich habe schon immer den Drang dannach Wissen in mich auf zu saugen wie ein Schwamm. Ein Gebiet, dass mich interessiert verfolge und studiere ich solange, bis ich nahezu alles darüber erfahren habe. Gesetz dem Fall es ist wirklich so: Wie kann ich meine Neugier befriedigen ohne mein Leben nachhaltig zu schädigen? Wie kann ich als Mann Erfahren wie es sich wirklich anfühlt als Frau zu leben? Sowas kann ich nicht einfach abschalten oder kontrollieren, das macht die ganze Sache ja so schlimm.
Ich habe letztens ein Experiment durchgeführt. Ich bin los gegangen und habe mir Dessous gekauft. Es war ein Set aus schwarzem Satin mit Spitze. Zuhause hab ich mich dann umgezogen und "ausgepolstert" und das ganze auf mich wirken lassen. Es war ein traumhaft tolles und angenehmes Gefühl den Stoff an sich zu spüren. Das Tragegefühl ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe.
Aber es war nicht echt, das hat mich daran gestört. Wenn du als Mann einen BH trägst, in dem Wasserballons stecken kannst du dir noch so oft oder sanft über den Körper streichen. Es fühlt sich immernoch fremd und unecht an. Das gleiche gilt für den Slip, da ist einfach viel zu viel im Weg.
Das Experiment hat mich also nicht viel weiter gebracht.
Was also, wenn ich wirklich Transsexuell bin? Wenn mein Geist weiblich ist und mein Körper männlich. Was dann? Laut den führenden Psychologen und Ärzten auf diesem Gebiet gibt es nur eine Möglichkeit einem solchen Menschen das Leben zu erleichtern. Nämlich eine Geschlechtsangleichung, heilen oder therapieren kann man das nicht. Zumindest klappt das bei etwa 95% der Fälle nicht. Wohl des Wissens, dass eine solche OP auch nicht natürlich ist wird sie mich allerdings meinem sehnlichsten Wunsch näher bringen als ich mir je vorstellen könnte.
Allein die körperliche Veränderung durch die Hormonumstellung von Testosteron auf Östrogene ist ein Schritt, den ich nichtmal nach Jahren gedanklich konstruieren könnte. Ich weiss, dass noch ein paar weitere Operationen nötig sind. Ich weiss auch wie sie ablaufen und was dabei geschieht (da kann man meinen Drang nach Wissen gut erkennen) und ich weiss auch, dass sie irreversibel sind.
Wenn ich aber darüber nachdenke, dass ich in absehbarer Zeit wirklich eine Frau sein könnte fühle ich mich ... naja ... gut. Irgendwie gut. Anders kann ich es nicht beschreiben. Es ist einfach eine schöne Vorstellung und ich fühl mich gut dabei. Wie kann ich aber damit umgehen wenn ich Transsexuell bin? Meine Frau hat mir unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass sie nicht mit einer Frau zusammen leben will. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass wir nach einer SRS "Freundinnen" sein werden und zusammen aus gehen und, was weiss ich, Männer aufreissen oder so was. Ich würde sie nie wieder sehen können und sie würde anfangen mich zu hassen, da bin ich mir ziemlich sicher. Auch wenn sie mich liebt und will dass es mir gut geht wird sie mir mit hoher wahrscheinlichkeit nicht lange gegenüber stehen können. Und ich ihr wohl auch nicht.
(Wenn ich das hier so schreibe wird mir wieder ganz anders und ich werde traurig wenn ich an meine Familie denke)
Das ist nicht schön.
Ich könnte mich für mein Herz entscheiden, vielleicht als Frau das Glück des Lebens erleben und würde wohl doch auf ewig traurig sein. Ähnlich wie jetzt. Es ist ein Teufelskreis. Das beschäftigt mich schon seit einigen Tagen und ich komme einfach nicht weiter.
Ich habe eine Psychologin in meiner Nähe gefunden, die sich meiner gequälten Seele annehmen würde. Ich werde sie auf jeden Fall kontaktieren. Vielleicht hilft mir das auch weiter.
Der nächste Punkt auf meiner Liste ist, ich habe seit 2 Wochen Schmerzen. Sporadisch auftrtende Schmerzen in den Samenleitern und den Hoden. Die ziehen rauf bis ins Schambein. Meistens spüre ich nur, dass meine Samenstränge da sind, also Anwesend. 3 Mal bis jetzt waren sie aber so stark, dass ich kaum gehen oder stehen konnte. Mein Urologe hat mich eingehend untersucht und auch einen Ultraschall gemacht und meinte ich wäre Kerngesund. Es ist alles da wo es hingehört (Anm. v. mir.: Das sehe ich anders.) und auch voll funktionsfähig. Nichts auffälliges. Er hat mich zu einem Orthopäden geschickt.
Die Orthopädin hat mich auch eingehend verdreht und durch geknetet und sagte ich wäre Kerngesund. Nichts auffälliges. Sie meinte noch ich solle mal einen Neurologen fragen.
Heute hab ich eine Neurologin angerufen, ihr die ganze Geschichte erzählt und sie hat mir einen Termin gegeben. Sie sagte auch, es könnte psychisch-somatisch sein.
Das ist dann also ein Schmerz, der durch meine Psyche ausgelöst in meinem Körper manifestiert wird. Mein Geist zeigt mir also auf seine Art, dass er nicht mit meinem Körper zufrieden ist? Ich versteh das nicht ganz. Am Montag ist der Termin, mal sehen.
Ich habe also noch einiges zu tun. Das gute an der ganzen Sache ist, dass ich mich vor meiner Frau nicht mehr wirklich verstellen muss. Sie mag es zwar immernoch nicht wenn ich auf der Couch sitze und die Beine übereinander schlage, aber es ist eben bequem, unglaublich bequem. Ich kann völlig ungeniert auf der Strasse auch mal einem gutaussehenden Mann hinterher gucken, das ist schön. Aber wie lange kann das so weiter gehen? Ich weiss nicht was ich bin und sie weiss nicht woran sie ist. Das ist echt paradox und ich erhoffe mir ein wenig Klarheit von den Gesprächen mit der Psychologin ...
- Jessy
Ich war nun auch schon ein paar Tage nicht hier und habe viel nachgedacht.
Danke erstmal, ich denke auch, dass ich voran komme. Dummerweise entwickle ich mich wohl gerade weiter in die Richtung, die mir mein Herz gar nicht empfiehlt.
Mein Herz sagt mir, dass ich als Mann zu meiner Frau gehöre und sie glücklich machen soll. Mein Gefühl sagt mir, dass ich in erster Linie an mich denken und seinen Rufen folgen soll. Ich tendiere mehr und mehr in Richtung Geschlechtsumwandlung gleich des Wissens, dass ich damit mein bisheriges Leben aufgebe.
Meine Frau ist fest der Überzeugung, ich wäre nur Neugierig. Ganz so abwägig ist der Gedanke zwar nicht, aber ich sehe das mittlerweile nicht mehr wirklich so.
Ich habe schon immer den Drang dannach Wissen in mich auf zu saugen wie ein Schwamm. Ein Gebiet, dass mich interessiert verfolge und studiere ich solange, bis ich nahezu alles darüber erfahren habe. Gesetz dem Fall es ist wirklich so: Wie kann ich meine Neugier befriedigen ohne mein Leben nachhaltig zu schädigen? Wie kann ich als Mann Erfahren wie es sich wirklich anfühlt als Frau zu leben? Sowas kann ich nicht einfach abschalten oder kontrollieren, das macht die ganze Sache ja so schlimm.
Ich habe letztens ein Experiment durchgeführt. Ich bin los gegangen und habe mir Dessous gekauft. Es war ein Set aus schwarzem Satin mit Spitze. Zuhause hab ich mich dann umgezogen und "ausgepolstert" und das ganze auf mich wirken lassen. Es war ein traumhaft tolles und angenehmes Gefühl den Stoff an sich zu spüren. Das Tragegefühl ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe.
Aber es war nicht echt, das hat mich daran gestört. Wenn du als Mann einen BH trägst, in dem Wasserballons stecken kannst du dir noch so oft oder sanft über den Körper streichen. Es fühlt sich immernoch fremd und unecht an. Das gleiche gilt für den Slip, da ist einfach viel zu viel im Weg.
Das Experiment hat mich also nicht viel weiter gebracht.
Was also, wenn ich wirklich Transsexuell bin? Wenn mein Geist weiblich ist und mein Körper männlich. Was dann? Laut den führenden Psychologen und Ärzten auf diesem Gebiet gibt es nur eine Möglichkeit einem solchen Menschen das Leben zu erleichtern. Nämlich eine Geschlechtsangleichung, heilen oder therapieren kann man das nicht. Zumindest klappt das bei etwa 95% der Fälle nicht. Wohl des Wissens, dass eine solche OP auch nicht natürlich ist wird sie mich allerdings meinem sehnlichsten Wunsch näher bringen als ich mir je vorstellen könnte.
Allein die körperliche Veränderung durch die Hormonumstellung von Testosteron auf Östrogene ist ein Schritt, den ich nichtmal nach Jahren gedanklich konstruieren könnte. Ich weiss, dass noch ein paar weitere Operationen nötig sind. Ich weiss auch wie sie ablaufen und was dabei geschieht (da kann man meinen Drang nach Wissen gut erkennen) und ich weiss auch, dass sie irreversibel sind.
Wenn ich aber darüber nachdenke, dass ich in absehbarer Zeit wirklich eine Frau sein könnte fühle ich mich ... naja ... gut. Irgendwie gut. Anders kann ich es nicht beschreiben. Es ist einfach eine schöne Vorstellung und ich fühl mich gut dabei. Wie kann ich aber damit umgehen wenn ich Transsexuell bin? Meine Frau hat mir unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass sie nicht mit einer Frau zusammen leben will. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass wir nach einer SRS "Freundinnen" sein werden und zusammen aus gehen und, was weiss ich, Männer aufreissen oder so was. Ich würde sie nie wieder sehen können und sie würde anfangen mich zu hassen, da bin ich mir ziemlich sicher. Auch wenn sie mich liebt und will dass es mir gut geht wird sie mir mit hoher wahrscheinlichkeit nicht lange gegenüber stehen können. Und ich ihr wohl auch nicht.
(Wenn ich das hier so schreibe wird mir wieder ganz anders und ich werde traurig wenn ich an meine Familie denke)
Das ist nicht schön.
Ich könnte mich für mein Herz entscheiden, vielleicht als Frau das Glück des Lebens erleben und würde wohl doch auf ewig traurig sein. Ähnlich wie jetzt. Es ist ein Teufelskreis. Das beschäftigt mich schon seit einigen Tagen und ich komme einfach nicht weiter.
Ich habe eine Psychologin in meiner Nähe gefunden, die sich meiner gequälten Seele annehmen würde. Ich werde sie auf jeden Fall kontaktieren. Vielleicht hilft mir das auch weiter.
Der nächste Punkt auf meiner Liste ist, ich habe seit 2 Wochen Schmerzen. Sporadisch auftrtende Schmerzen in den Samenleitern und den Hoden. Die ziehen rauf bis ins Schambein. Meistens spüre ich nur, dass meine Samenstränge da sind, also Anwesend. 3 Mal bis jetzt waren sie aber so stark, dass ich kaum gehen oder stehen konnte. Mein Urologe hat mich eingehend untersucht und auch einen Ultraschall gemacht und meinte ich wäre Kerngesund. Es ist alles da wo es hingehört (Anm. v. mir.: Das sehe ich anders.) und auch voll funktionsfähig. Nichts auffälliges. Er hat mich zu einem Orthopäden geschickt.
Die Orthopädin hat mich auch eingehend verdreht und durch geknetet und sagte ich wäre Kerngesund. Nichts auffälliges. Sie meinte noch ich solle mal einen Neurologen fragen.
Heute hab ich eine Neurologin angerufen, ihr die ganze Geschichte erzählt und sie hat mir einen Termin gegeben. Sie sagte auch, es könnte psychisch-somatisch sein.
Das ist dann also ein Schmerz, der durch meine Psyche ausgelöst in meinem Körper manifestiert wird. Mein Geist zeigt mir also auf seine Art, dass er nicht mit meinem Körper zufrieden ist? Ich versteh das nicht ganz. Am Montag ist der Termin, mal sehen.
Ich habe also noch einiges zu tun. Das gute an der ganzen Sache ist, dass ich mich vor meiner Frau nicht mehr wirklich verstellen muss. Sie mag es zwar immernoch nicht wenn ich auf der Couch sitze und die Beine übereinander schlage, aber es ist eben bequem, unglaublich bequem. Ich kann völlig ungeniert auf der Strasse auch mal einem gutaussehenden Mann hinterher gucken, das ist schön. Aber wie lange kann das so weiter gehen? Ich weiss nicht was ich bin und sie weiss nicht woran sie ist. Das ist echt paradox und ich erhoffe mir ein wenig Klarheit von den Gesprächen mit der Psychologin ...
- Jessy
Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
Oh mein Gott, ich hätte nie gedacht, dass es so schwer ist an einen Psychologen ran zu kommen. Langsam fang ich an an allem zu zweifeln.
Nach Tagelanger suche habe ich eben einer Psychotherapeutin aufs Band gesprochen. Hoffentlich meldet sie sich und hoffentlich kann sie mir weiter helfen. Das ist echt nicht schön grad ...
- Jessy
Nach Tagelanger suche habe ich eben einer Psychotherapeutin aufs Band gesprochen. Hoffentlich meldet sie sich und hoffentlich kann sie mir weiter helfen. Das ist echt nicht schön grad ...
- Jessy
Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
Ich weiß jetzt nicht wie die Lage in Berlin aussieht, bin da nicht zuhause. Deswegen kann ich dir nicht helfen/Adressen geben (bei uns in der Gegend wäre das leichter
)
Viel Glück bei der Suche!
)Viel Glück bei der Suche!
Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
Ich bin so kaputt ... oh mein Gott. Als ich der guten Frau Dr. aufs Band gesprochen hab hab ich meine Nummer vergessen mit anzugeben. Da hätt ich lange warten können.
Ich bin auf gut Glück mal vorbei gefahren und hab sie tatsächlich angetroffen und konnte ein paar Minuten mit ihr reden. Sie hat auf den ersten Blick gesehen, dass es mir nicht wirklich gut geht (seelisch gesehen). Sie sagte mir auch, dass sie mir gern helfen wolle, aber Transsexualität im allgemeinen nicht ihr Spezialgebiet sei. Das ist schade, sie ist eine sehr aufgeschlossene und nette Person.
Fr. Dr. hat mich aber an eine Kollegin verwiesen, die sich sehr gut mit dem Thema auskennt, sich darauf spezialisiert hat und auch Gutachten erstellt. Sie ist aber bis zum 22.03. nicht erreichbar und ich weiss dummerweise nicht wie lang ihre Warteliste ist. Das werde ich ja dann sehen.
- Jessy
btw.: Ich hoffe es ist ok, dass ich diesen Thread hier als eine Art Blog oder Tagebuch missbrauche. Das hilft mir sehr und ich freue mich über alle Kommentare und/oder Ratschläge.
EDIT:
Wie die Lage in Berlin aussieht weiss ich auch nicht. Meine Frau wohnt in Berlin, ich wohne und arbeite über die Woche in Leipzig. Es gibt hier sehr sehr viele Psychotherapeuten. Anscheinend haben die aber alle eine sehr lange Liste, keine Kassenärztliche Zulassung oder nicht die entsprechende Spezialisierung für Transsexualität. Vielleicht sollte ich mich mal in Berlin umsehen. Das Problem ist, dann kann ich nur am Wochenende und welcher Psychotherapeut öffnet dann schon seine Tür?
Das ist nicht einfach ...
Ich bin auf gut Glück mal vorbei gefahren und hab sie tatsächlich angetroffen und konnte ein paar Minuten mit ihr reden. Sie hat auf den ersten Blick gesehen, dass es mir nicht wirklich gut geht (seelisch gesehen). Sie sagte mir auch, dass sie mir gern helfen wolle, aber Transsexualität im allgemeinen nicht ihr Spezialgebiet sei. Das ist schade, sie ist eine sehr aufgeschlossene und nette Person.
Fr. Dr. hat mich aber an eine Kollegin verwiesen, die sich sehr gut mit dem Thema auskennt, sich darauf spezialisiert hat und auch Gutachten erstellt. Sie ist aber bis zum 22.03. nicht erreichbar und ich weiss dummerweise nicht wie lang ihre Warteliste ist. Das werde ich ja dann sehen.
- Jessy
btw.: Ich hoffe es ist ok, dass ich diesen Thread hier als eine Art Blog oder Tagebuch missbrauche. Das hilft mir sehr und ich freue mich über alle Kommentare und/oder Ratschläge.
EDIT:
Wie die Lage in Berlin aussieht weiss ich auch nicht. Meine Frau wohnt in Berlin, ich wohne und arbeite über die Woche in Leipzig. Es gibt hier sehr sehr viele Psychotherapeuten. Anscheinend haben die aber alle eine sehr lange Liste, keine Kassenärztliche Zulassung oder nicht die entsprechende Spezialisierung für Transsexualität. Vielleicht sollte ich mich mal in Berlin umsehen. Das Problem ist, dann kann ich nur am Wochenende und welcher Psychotherapeut öffnet dann schon seine Tür?
Das ist nicht einfach ...
Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
Oh mein Gott, es ist fast so weit. Nach nunmehr unzähligen Versuchen und insgesamt 3 Telefonaten mit Psychologen habe ich einen Termin bei einem Psychotherapeuten bekommen, der viel und oft mit Transsexuellen arbeitet.
Ich habe bei einer Psychologin vor der Tür gestanden, sie hat mich an eine Spezialistin verwiesen und diese wiederum an einen Kollegen. Ich kanns kaum erwarten, noch 3 Wochen bis zum ersten Termin.
Nun reihen sich in meine Gedankengänge um meine eigene Weiblichkeit zwar noch Fragen zur Psychologischen Behandlung und was mich erwarten wird, aber was solls. Ich bin wieder einen großen Schritt weiter gekommen und das habe ich nicht zuletzt euch zu verdanken.
Ich hoffe er kann mir helfen ...
- Jessy
Ich habe bei einer Psychologin vor der Tür gestanden, sie hat mich an eine Spezialistin verwiesen und diese wiederum an einen Kollegen. Ich kanns kaum erwarten, noch 3 Wochen bis zum ersten Termin.
Nun reihen sich in meine Gedankengänge um meine eigene Weiblichkeit zwar noch Fragen zur Psychologischen Behandlung und was mich erwarten wird, aber was solls. Ich bin wieder einen großen Schritt weiter gekommen und das habe ich nicht zuletzt euch zu verdanken.
Ich hoffe er kann mir helfen ...
- Jessy
Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
Jessy hat geschrieben: Ich bin wieder einen großen Schritt weiter gekommen und das habe ich nicht zuletzt euch zu verdanken.
Ich hoffe er kann mir helfen ...- Jessy
das genau ist der Punkt.
Es ist natürlich für uns ein tolles Gefühl, wenn du sagst, dass wir dir helfen konnten, aber die Entscheidung hast DU alleine getroffen, und jetzt gehst du konsequent deinen Weg.
Ich bin überzeugt, dass es der richtige Weg ist. Du wirst Geduld mit dir haben müssen und wenn du möchtest, wirst du auf diesem schweren Weg nicht alleine bleiben. Wir alle drücken dir die Daumen !!
=======================================================
lebe jeden Tag so, als wäre es es Absicht.

I'm not arrogant, I've just accepted my own excellence
lebe jeden Tag so, als wäre es es Absicht.

Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
einem solchen Post wie dem von Hilarious gerade kann ich mich natürlich nur anschließen, wobei es mich natürlich auch freut dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte, dir zu helfen, dir Mut zu machen 

Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
Diese Warterei bringt mich noch um, ist das schlimm. Noch 22 Tage. Stets und ständig diese paradoxe Grübelei, es ist nicht mehr auszuhalten.
Es gibt Tage, da kann ich die erste Spritze kaum erwarten, wünsche mir diese baumeligen Dinger zwischen meinen Beinen einfach nur weg. Ich kann sie kaum noch ertragen, sie stören mich und sind mir nur im Weg. An anderen Tagen bin ich fast ein normaler Mann, der den Frauen nur einen kurzen neidischen Blick hinterher wirft.
Meine Frau trägt die ganze Situation mittlerweile mit etwas Humor. Es ist nicht weiter schlimm, aber ich habe den Eindruck als würde sie sich langsam mit dem Gedanken abfinden, dass ich bald die Hormontherapie und den Alltagstest beginne. Es sind ihre Worte und ihre Blicke, die mich zu der Annahme führen. Sie ist auch im Umgang mit mir deutlich sanfter und vorsichtiger geworden als sie es früher war. Sie sieht mich jetzt wahrscheinlich nicht mehr als "harter Kerl" wie früher.
Am Sonntag sind wir aus gegangen. Sie war im Bad und hat sich geschminkt und ich hab ihr dabei zu gesehen. Sie drehte sich zu mir um, sagte: "Halt still!" und trug mir etwas Mascara auf die Wimpern. "Just for Fun.", sagte sie.
Zu ihrem Leidwesen hat mir das sogar gefallen und ich hab ihn dran gelassen. Es schien sie nicht gestört zu haben, aber sie hat sich trotzdem entschuldigt. Dafür entschuldigt, dass ich es toll fand ihn zu tragen.
Ich denke für sie ist es so vielleicht einfacher zu ertragen. Sie hat sich auch auf meinen Wunsch hin bei jemandem ausgesprochen, dem sie vertraut. Das scheint ihr auch zu helfen, zumal diese Person schon Erfahrung im Umgang mit Schwulen in einer Beziehung im Bekanntenkreis hat. Damit kann ich leben, hauptsache sie kann es irgendwie verarbeiten und schluckt nicht alles runter.
Ich habe ihr ja versprochen, dass ich in erster Linie einen Weg suche mich behandeln zu lassen. In der Hoffnung mich wieder als Mann akzeptieren zu können ohne eine Lebenslange Psychotherapie und ohne Drogen nehmen zu müssen.
Ich schätze sie bereitet sich schon prophylaktisch auf den Misserfolg der Therapie vor, oder? Ich meine, ich will es ja auch. Ich will mein Leben nicht einfach so Kampflos beenden und ein Neues anfangen. Meine Karriere ist gerade auf höchstem Niveau, finanziell haben wir uns einen tollen Lebensstandard geschaffen und wir haben eine Familie gegründet. Eigentlich sollte ich der glücklichste Mann der Welt sein. Wenn ich ein Mann wär ...
Aber ich bin davon überzeugt, dass ich eben genau das NICHT bin. Ein Mann. Seit ich mich meiner Frau geöffnet habe, brauche ich mich nicht mehr verstellen. Besser gesagt, KANN ich mich kaum noch verstellen. Die Frau in mir wird immer präsenter, scheint endlich raus zu wollen. Ich bin in meinem Verhalten, meinen Reaktionen und meinem alltäglichen Leben um so vieles weiblicher geworden.
Nur beides in einem kann ich nicht. Ich kann mein Leben nicht als Mann leben und gleichzeitig innerlich eine Frau sein. Das geht nicht. Ich kann auch nicht ab und an in die Rolle einer Frau schlüpfen, dafür kennzeichnet mich mein Körper viel zu eindeutig als Mann.
Diese Zwiespältigkeit, dieses Wirrwarr in mir ist es, was mich noch um den Verstand bringt.
Noch 22 Tage ...
Warten, grübeln und hoffen.
- Jessy
Es gibt Tage, da kann ich die erste Spritze kaum erwarten, wünsche mir diese baumeligen Dinger zwischen meinen Beinen einfach nur weg. Ich kann sie kaum noch ertragen, sie stören mich und sind mir nur im Weg. An anderen Tagen bin ich fast ein normaler Mann, der den Frauen nur einen kurzen neidischen Blick hinterher wirft.
Meine Frau trägt die ganze Situation mittlerweile mit etwas Humor. Es ist nicht weiter schlimm, aber ich habe den Eindruck als würde sie sich langsam mit dem Gedanken abfinden, dass ich bald die Hormontherapie und den Alltagstest beginne. Es sind ihre Worte und ihre Blicke, die mich zu der Annahme führen. Sie ist auch im Umgang mit mir deutlich sanfter und vorsichtiger geworden als sie es früher war. Sie sieht mich jetzt wahrscheinlich nicht mehr als "harter Kerl" wie früher.
Am Sonntag sind wir aus gegangen. Sie war im Bad und hat sich geschminkt und ich hab ihr dabei zu gesehen. Sie drehte sich zu mir um, sagte: "Halt still!" und trug mir etwas Mascara auf die Wimpern. "Just for Fun.", sagte sie.
Zu ihrem Leidwesen hat mir das sogar gefallen und ich hab ihn dran gelassen. Es schien sie nicht gestört zu haben, aber sie hat sich trotzdem entschuldigt. Dafür entschuldigt, dass ich es toll fand ihn zu tragen.
Ich denke für sie ist es so vielleicht einfacher zu ertragen. Sie hat sich auch auf meinen Wunsch hin bei jemandem ausgesprochen, dem sie vertraut. Das scheint ihr auch zu helfen, zumal diese Person schon Erfahrung im Umgang mit Schwulen in einer Beziehung im Bekanntenkreis hat. Damit kann ich leben, hauptsache sie kann es irgendwie verarbeiten und schluckt nicht alles runter.
Ich habe ihr ja versprochen, dass ich in erster Linie einen Weg suche mich behandeln zu lassen. In der Hoffnung mich wieder als Mann akzeptieren zu können ohne eine Lebenslange Psychotherapie und ohne Drogen nehmen zu müssen.
Ich schätze sie bereitet sich schon prophylaktisch auf den Misserfolg der Therapie vor, oder? Ich meine, ich will es ja auch. Ich will mein Leben nicht einfach so Kampflos beenden und ein Neues anfangen. Meine Karriere ist gerade auf höchstem Niveau, finanziell haben wir uns einen tollen Lebensstandard geschaffen und wir haben eine Familie gegründet. Eigentlich sollte ich der glücklichste Mann der Welt sein. Wenn ich ein Mann wär ...
Aber ich bin davon überzeugt, dass ich eben genau das NICHT bin. Ein Mann. Seit ich mich meiner Frau geöffnet habe, brauche ich mich nicht mehr verstellen. Besser gesagt, KANN ich mich kaum noch verstellen. Die Frau in mir wird immer präsenter, scheint endlich raus zu wollen. Ich bin in meinem Verhalten, meinen Reaktionen und meinem alltäglichen Leben um so vieles weiblicher geworden.
Nur beides in einem kann ich nicht. Ich kann mein Leben nicht als Mann leben und gleichzeitig innerlich eine Frau sein. Das geht nicht. Ich kann auch nicht ab und an in die Rolle einer Frau schlüpfen, dafür kennzeichnet mich mein Körper viel zu eindeutig als Mann.
Diese Zwiespältigkeit, dieses Wirrwarr in mir ist es, was mich noch um den Verstand bringt.
Noch 22 Tage ...
Warten, grübeln und hoffen.
- Jessy
Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
Also ich bin zwar (zum Glück) nicht in deiner Lage, aber deine Einträge lesen sich wie ein gutes Buch. Würde mich freuen, wenn du weiterhin schreiben wirst!
-
Team-Mitglied
- Beiträge: 1961
- Registriert: 27.01.2007 20:15


25.05. um 17:07 Uhr:
Simon Urlaub bis zum 04. Juni... Sonne scheint... ich bin raus!!!
» Live-Stream oeffnen
Re: Wer bin ich? Was bin ich? Was stimmt nicht mit mir?
Das klingt zwar recht makaber, aber ich fass das trotzdem mal als Kompliment auf. Danke. Ich schreibe so lange weiter, bis ich aufgehalten werde oder ich einfach nicht mehr kann. Aus welchen Gründen auch immer.
- Jessy
- Jessy
54 Beiträge
• Seite 2 von 4 • 1, 2, 3, 4





